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Ringgeister - Links

Ringgeister - die große Mittelerde-Erweiterung für 5-6 Spieler

Wie eingangs angdeutet, haben wir diesen Blog erst Ende 2018 wieder online gebracht, nachdem er ein paar Jahr lang teils erreichbar aber unverlinkt, teils aber sogar offline war.
Die Hauptarbeit zur Erweiterung des Spiel Ringgeister wurde zwar bereits in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre geleistet. Jetzt habe ich aber erstmals die Gelegenheit genutzt und mit besseren Fotos und Scanner einen Großteil nochmal überarbeitet und die Anregungen für diese Erweiterung erstmals in Internet gestellt.
Inzwischen ist mir aufgefallen, daß es noch andere Ideen für Regeländerungen zum Spiel Ringgeister im Internet gibt. Zwei davon will ich hier erwähnen

 

Ringgeister - die große Erweiterung

Ringgeister - die große Mittelerde-Erweiterung für 5-6 Spieler

Bisher haben wir für weniger chaotische Spielzüge gesorgt und den Zufall aus der Ringträgerauswahl rausgenommen. Wer ersteres durch Vergrößerung des Spielfeldes erreicht hat, dem wird auffallen, dass nun durchaus auch noch Platz für weitere Mitspieler vorhanden wäre - zumal ja nicht mehr schwarze Figuren als im Grundspiel auf dem Spielplan zu finden sind.

Schnell mal hochskaliert sollte die kleine Spielfeldverfößerung mit 6 Spielern und die große quadratische sogar mit 8 Spielern spielbar sein - zumindest was die Platzverhältnisse anbetrifft. Genügend Spielfiguren haben wir bei der Verwendung von zwei Spielen ohnehin und wer sich für die neue Ringträgerregel entschieden hat, braucht auch nicht extra Spielkarten mit neuen Farben herzustellen. Lediglich die Spielfiguren müssen umlackiert werden. Für sechs Spieler haben wir uns für die Farben blau und braun entschieden. Die entsprechenden Sechseckfelder zum ausdrucken habe ich mal exemplarisch eingestellt.


Mit 5-6 Spielern besteht die Ringgemeinschaft dann freilich aus bis zu 13 Spielfiguren, was Herr der Ringe Puristen befremdlich erscheinen mag. Andererseits sind es bei 3 Spielern nach den Originalspielregeln auch nur sieben Gefährten. Wie auch immer - zum Start kann man einfach die Gesamtanzahl der hellen Figuren ins Auenland stellen, ohne auf die weissen Punkte dort zu achten. Wer es aber schöner mag, kann sich auch noch Startpunkte hinzugimpen oder -photoshoppen und dann entsprechend aufkleben, in etwa so also

Also Leute - jetzt holt raus die Farbdosen und los geht's ... und ihr könnt vielleicht auch schon bald auf so einem Spielfeld mit sechs Spielern spielen

Ringgeister - wer ist der Ringträger?

Ringgeister - die große Mittelerde-Erweiterung für 5-6 Spieler

Wenden wir uns jetzt der Frage zu, wie der Ringträger erstens ausgewählt und zweitens, wie eine mögliche Übergabe des Rings bewerkstelligt werden soll. Nach Möglichkeit, soll durch die neue Regel ein zusätzliches strategisches Element eingeführt und der Einfluss des Zufalls minimiert werden.

Ich denke hier kann ich es wirklich kurz machen. Nach Analyse etlicher Möglichkeiten scheinen folgende Regeländerungen allen anderen deutlich überlegen zu sein:

  • Der (erste) Ringträger wird zu Spielbeginn von der Ringgemeinschaft bestimmt
  • Es gibt keinen irgendwie gearteten automatischen Übergang des Rings von einem zu einem anderen Hobbit
  • Die Ringgemeinschaft kann den Ring von einem zu einem anderen Hobbit übergeben, wenn der mögliche neue Ringträger den bisherigen überspringt - oder umgekehrt. Das ergibt auch insofern Sinn, dass keine Fernübertragung des Ringes quer über das Spielfeld möglich bzw. nötig wird.

Um den Ringträger besser zu identifizieren wird der entsprechenden Spielfigur der eine Ring übergestülpt (in unserem Fall eine Fahrradventilmutter)

 

Mit diesem Konzept wird natürlich auch die Ringträgerfarbe auf den Spielkarten überflüssig. Hier gibt es wieder zwei Möglichkeiten:

  • scannen, editieren, drucken
  • die entsprechende Anweisung ignorieren

Für eine kurzes Testspiel ist sicherlich die zweite Vorgehensweise sinnvoll. Aber auch scannen, editieren und drucken dauert nicht ewig und sieht ansprechender aus.

 

Ringgeister - mehr Platz

Ringgeister - die große Mittelerde-Erweiterung für 5-6 Spieler

Wie unten schon geschrieben, wollen wir durch Vergrößerung des Spielfelds versuchen, die Dichte der schwarzen Steine so zu verringern, daß im Mittel deutlich kürzere Züge der gegnerischen Spielfiguren zustande kommen. Schauen wir uns also mal an, was da zu machen ist.

Aufgrund der wabenartigen Struktur des Spielfeldes kann man problemlos zwei oder vier Spalten oder Reihen zusätzlich einfügen. Für den Rand lassen sich Teile der Eckfelder verwenden - glücklicherweise passen auch die Wege dicht an der Ecke in das fortlaufende Schema. Dabei erscheint das Wasser-Eckfeld zunächst ungeeignet, da hier nur in einer Richtung Landschluss vorliegt. Mit einem Graphikprogram eurer Wahl lässt sich das aber doch ganz gut zurechtgimpen - oder photoshoppen. So könnten also beispielsweise neue Erweiterungsrandfelder aussehen - wir haben insgesamt 6 verschiedene Randfelder erzeugt.Damit hätten wir den Rand erfolgreich erweitert - erstaunlich flexibel sogar und vermutlich ganz im modularen Sinne des Erfinders. Der Rest ergibt sich quasi von selbst: Die enstandenen freien Felder müssen nur noch mit den Acht- und Viereckfelder aus dem zweiten Spielepaket gefüllt werden. Die eingegrauten Felder zeigen den neu gewonnenen Platz.

Im letzten - dem quadratischen - Fall wird allerdings noch ein weiteres Viereck benötigt, das man sich beispielsweise durch scannen und drucken beschaffen kann. Eine weitere Alternative wäre dann noch ein drittes Spiel - wie schon geschrieben bekommt man die ja sehr günstig - und könnte noch eine weitere Doppelreihe legen. Damit ist man dann allerdings allmählich in einer Größe angelangt, bei der man von einem Ende des Spielfeldes die Linien auf der anderen Seite kaum noch erkennen kann.

Dann schauen wir uns doch mal an, was diese Maßnahmen so bringen. Als Maß für die Dichte der schwarzen Steine soll hier die Anzahl der anderen Steine dividiert durch die Anzahl der anderen schwarzen Punkte dienen. Auch aufgenommen sind zwei der Fälle auf dem Originalspielfeld, bei dem die Anzahl der schwarzen Figuren reduziert wird:

Spielfeld Figuren Schw. Punkte Dichte Gewinn
original 18 40 0.435 0.0%
original 14 40 0.333 23.4%
original 13 40 0.308 29.2%
original plus 10 18 54 0.321 26.2%
original plus 20 18 68 0.254 41.6%
original plus 24 18 72 0.239 45.1%

In der mit "Gewinn" überschriebenen Spalte sieht man, wie viel mehr Platz man gewonnen hat (bei 50% gäbe es im Mittel doppelt so viele frei schwarzen Punkte wie beim Originalfeld). Ich denke, dass so genügend Aufbaumöglichkeiten vorhanden sind, um die Zuglänge der Gegenseite in einem vernünftigen Rahmen zu halten.

Ringgeister - Problemanalyse

Ringgeister - die große Mittelerde-Erweiterung für 5-6 Spieler

Wie anfangs schon angedeutet leidet das Spiel vor allem unter folgendem:

  1. Der Automatismus, der die Spielfiguren der dunklen Seite zieht, sieht vor, dass die entsprechende Figur so lange weitergezogen wird, bis sie auf den nächsten freien schwarzen Punkt trifft. Von diesen schwarzen Punkten gibt es auf jedem Spielfeld einen, dazu noch insgesamt 17 auf der Spielfeldumrandung. Alles in allem handelt es sich also um 40 schwarze Punkte bei 18 Spielfiguren der dunklen Seite. Verschärft wird die Situation noch dadurch, dass die Randfelder eher unbespielt sind und sich anfangs alle 18 Spielfiguren auf den inneren Acht- und Viereckfeldern befinden -18 Figuren auf 23 Feldern. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Figuren in einem Zug nicht nur über ein Feld sondern über sehr viele Felder wandern ist dabei also alles andere als gering. 
    Damit kommt es also zu scheinbar endlos langen und chaotischen Zügen auf der Seite der Ringgeister.
  2. Bei jedem Karten ziehen (was durchaus auch mehrmals pro pro Spielrunde passieren kann) wird auch ein neuer Ringträger ermittelt (der allerdings auch weiterhin der alte sein kann). Das ist zweierlei problematisch:
  • Nur der Ringträger kann das Spiel beenden, indem er den Schicksalsberg erreicht. Für die Strategie der Ringgemeinschaft ist das insofern destruktiv, als daß letztlich mehr als ein Hobbit zum Schicksalsberg gebracht werden muß und nur der Zufall entscheidet, wer im entscheidenden Zug nun gerade den Ring hat.
  • Wird der Ringträger von einem der Ringgeister geschlagen, ist das Spiel verloren. Ähnlich wie im ersten Punkt kann die Gemeinschaft des Rings so durch Zufall den Ringträger in einer aussichtslosen Situation wiederfinden. Alle Hobbits dagegen zu schützen, scheint nahezu unmöglich, so daß das Spiel völlig überraschend und weniger von der Strategie bestimmt enden kann .

Von einigen Ideen abgesehen, die das Spiel noch facettenreicher und interessanter machen könnten, dürfte es sich bei den oben genannten Punkten wohl um die größten Baustellen handeln.
Also was lässt sich da machen?

  1. Mehr Platz für die schwarzen Spielfiguren muß her. Dafür gibt es meiner Meinung nach zwei offensichtliche Möglichkeiten: Weniger schwarze Figuren auf dem Feld oder mehr Spielfelder.
    - Weniger schwarze Figuren lassen sich leicht realisieren. Man stelle halt einfach weniger auf. Ich würde alle Ringgeister und Gollum aber nur drei oder vier Orks behalten. Das entspannt die Situation quasi augenblicklich. Aber ihr könnt das natürlich auch selbst ausprobieren.
    - Mehr Spielfelder aufstellen. Das hat für mich von jeher den größeren Charme. Gerade weil viele ihr Spiel wegen der genannten Punkte loswerden wollen, ist es ja sehr einfach ein zweites Spiel zu sehr kleinem Geld zu bekommen. Ein weiterer Vorteil könnte darin liegen, daß dann u.U. auch mehr als vier Spieler mitspielen können. In dieser Stoßrichtung wird es also weitere Einträge hier im Blog geben.
  2. Bzgl. der Wahl des Ringträgers wollen wir uns eine Lösung überlegen, die das Zufallselement reduziert, eventuell sogar ganz ohne auskommt und/oder durch ein strategisches Element ersetzt wird. Auch dafür wird es (mindestens) einen eigenen Blogeintrag geben.

Ringgeister - das Spielfeld

Ringgeister - die große Mittelerde-Erweiterung für 5-6 Spieler

Bevor wir uns betrachten, wie die Nachteile des Spiels behoben werden können, wollen wir uns erstmal schematisch anschauen, wie das Spielfeld aussieht.

Hier sind auf geniale Art und Weise Achteck- und Viereckfelder untereinander jeweils völlig austauschbar miteinander verwoben. Darüber hinaus lassen sich diese Felder auch noch unabhängig voneinander jeweils um 90, 180 und 270 Grad rotieren. Zudem lassen sich Rand(eck)felder oben links und unten rechts im Plan auch noch austauschen.
Eine Frage, die sich unmittelbar stellt - ja geradezu aufdrängt, ist natürlich, wie viele verschiedene Planvarianten es eigenlich gibt. Also machen wir doch mal einen kurzen Exkurs:

Bauen wir das Spielfeld auf und beginnen mit dem Rahmen. Hierfür gibt es offensichtlich zwei Möglichkeiten. Bei dem jeweils gedrehten Spielfeld handelt es sich ja de facto um dasselbe.
Danach legen wir Feld für Feld aus und beginnen mit den Achtecken. Davon gibt es 12 Stück.
Auf dem ersten Platz gibt es dafür 12*4 Möglichketen (4 wegen der möglichen Rotationen). Auf dem zweiten sind es noch 11*4 usw. Für die Achtecke haben wir also (12*4) (11*4)  ...  (2*4) (1*4) = 12!*4^12 Möglichkeiten. Die analoge Vorgehensweise für die 11 Viereckefelder ergibt dafür (11*4) (10*4) ... (2*4) (1*4) = 11!*4^11 Möglichkeiten.
Insgesamt sind das somit 2*4^23*12!*11! verschiedene Spielpläne. Schreiben wir das noch etwas schöner zu 12*2^47*(11!)^2 = 3*2^49*(11!)^2 und drücken es etwas anders aus, so sind es schlussendlich knappe 2.7*10^30 verschiedene Anordnungen, die man für das Spielfeld haben kann.
Dann könnt ihr ja schonmal anfangen, die alle auszulegen ...

Ringgeister

Ringgeister - die große Mittelerde-Erweiterung für 5-6 Spieler

Bei Ringgeister handelt es sich um eine vergleichsweise frühe Brettspieladaption der Herr der Ringe Trilogie. Es wurde von Jo Hartwig entworfen und erschien 1992 im Laurin Verlag. Bei diesem Spiel arbeiten alle Mitspieler zusammen und versuchen gemäß der Romanvorlage den einen Ring vom Auenland aus zum Schicksalsberg zu bringen, um ihn dort zu vernichten.

Insbesondere nach Erscheinen weiterer Spiele zu diesem Thema wurde dieses Spiel allerdings zum Teil kontrovers diskutiert. Die wesentlichen Argumente hierbei waren:

o Pro:
Mit seinem modularen und äußerst liebevoll gestalteten Spielplan kann man das Abenteuer in immer neuen Welten und auf neuen Wegen erleben
o Contra:
Das Spiel ist wohl nicht das anspruchsvollste seiner Art und jeder einzelne der Orks und Ringgeister kann sich in einem einzigen Spielzu sehr lange, scheinbar chaotsch kreuz und quer über das Spielfeld bewegen. Auch die Auswahl des Ringträgers (immer ein Hobbit) scheint sehr zufällig und teils kontraproduktiv.

Ich kann beide Argumente gut nachvollziehen. Das Ziel dieses Projektes war es deshalb unter Beibehaltung der Spielidee das Gesamtpaket so zu verändern, dass das Spiel gut spielbar wird.


Nachtrag: Bei diesem Projekt handelte es sich um die erste unserer Brettspielmodifikationen. Sie wurde bereits in den späten Neunziger Jahren durchgeführt. Nach dem Neustart dieses Blogs anfang 2019 haben wir uns entschieden, auch diesem Spiel einen Eintrag zukommen zu lassen. Wir beginnen den Blog fiktiv im Herbst 1997.